Gleisanschlüsse in Lippe

16. November 2008 von Ingo

Auf den lippischen Eisenbahnstrecken herrschte teilweise reger Güterverkehr. Große lippische Firmen erhielten bei dem Bau der Eisenbahnstrecken in Lippe einen eigenen Gleisanschluss über die Rohstoffe und fertige Produkte in großen Mengen an- und abgeliefert werden konnten.

Aus unserem aktuellen Kenntnisstand heraus entsteht hier eine Zusammenstellung der Gleisanschlüsse auf lippischem Boden.

Anschluss / Bahnhof In Betrieb von bis heutiger Zustand Bemerkungen
Hoffmann Stärke / Bad Salzuflen Mai 1880 bis ??? stillgelegt und abgebaut Bedienung bereits vor Streckeneröffnung möglich, eigene Werklokomotive
Zuckerfabrik / Lage 1884 bis ??? stillgelegt Eigene Werklokomotiven
Metallverarbeitung / Schötmar ??? bis ??? stillgelegt
Städtisches Gaswerk / Lage ??? bis ??? stillgelegt
Nagut und Riekehof / Lage ??? bis ??? stillgelegt
Saatguthandlung Krügermeyer (Agrarproduktion) / Lage ??? bis ??? stillgelegt
Lippische Haupt-genossenschaft (Agrarproduktion) / Lage ??? bis ??? stillgelegt
Firma Köster (Agrarproduktion) / Lemgo ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
VW Vertriebszentrum Hohmeier TS (Automobilindustrie) / Ehlenbruch Dezember 1975 bis 1995 stillgelegt und abgebaut Anschlussgleis wurde 1991 eingekürzt und umgebaut
Holzverarbeitung / Nienhagen ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
Wortmann KG Internationale Schuhproduktionen / Detmold ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut Anschluss über Industriestammgleis Stadt Detmold
Ruhrkohle / Detmold ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut Anschluss über Industriestammgleis Stadt Detmold
Lippische Eisenindustrie (Stahlverarbeitung) / Remmighausen ??? bis heute in Betrieb
Hornitex (Holzverarbeitung) / Horn – Bad Meinberg ??? bis heute in Betrieb Eigene Werklokomotive
Flüssiggas-Tanklager West Propan / Detmold ??? bis heute in Betrieb
Zylinderguss / Detmold ??? bis ??? stillgelegt
Dörentruper Sand- und Thonwerke / Dörentrup ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut Eigene Werklokomotive bis in die 1980er Jahre
Lippische Tonwarenfabrik / Dörentrup ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
Molkerei Farmbeck / Farmbeck ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
Kälbertal / Barntrup ??? bis ??? stillgelegt
Wienkemeier bzw. Imberger / Alverdissen ??? bis heute in Betrieb heute Nutzung durch LEL
Steinbruch / Alverdissen ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut (2007)
Vogelsang / Bösingfeld ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
Gerdes / Bösingfeld ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
Kohlenhändler Schwabedissen / Bösingfeld ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
Getreidelager / Schieder ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
LHG / Blomberg ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut
Hausmann / Blomberg ??? bis ??? stillgelegt und abgebaut

Für Ergänzungen, Korrekturen und Anmerkungen zur Zusammenstellung sind wir unseren Lesern sehr dankbar!

7 Antworten zu “Gleisanschlüsse in Lippe”

  1. steamjoe Sagt:

    Zu Ehlenbruch: Der VW-Gleisanschluss wurde mit dem Ausbau der Strecke abgebaut, schon ab 1991 gab es einen Prellbock vor dem Bahnübergang und davor eine Kopframpe auf Basis eines Güterwagens. Mit deren Hilfe konnten die Neufahrzeuge, die für die Firma Hohmeier TS geliefert wurden, direkt aufs Firmengelände gefahren werden.

    Bergmann hatte keinen eigenen Gleisanschluss. Die in Kachtenhausen produzierten Möbel wurden per Lkw zum Bahnhof gefahren und dort auf der Ladestraße in G-Wagen umgeladen.

    Genauso verhielt es sich übrigens auch mit der LHG in Helpup (und in Bega). Wagenladungen wurden über die regulären Gütergleise abgewickelt.

    Darüber hinaus fehlt in der Liste noch der Anschluss des Spanplattenherstellers Kronospan zwischen Leopoldstal und Sandebeck.

  2. Ingo Sagt:

    Danke für die Anmerkungen, Steamjoe! Die Zusammenstellung wurde entsprechend verändert und ergänzt.
    Leider sind einige Quellen nicht ganz eindeutig bezüglich der Unterscheidung zwischen einem eigenen Anschlussgleis oder der Verladung auf den öffentlichen Anlagen der örtlichen Bahnhöfe.
    Die Ausweichanschlussstelle Kronospan bei Sandebeck liegt nicht mehr in Lippe sondern gehört bereits zum Kreis Höxter, daher wird sie hier nicht erwähnt (Ebenso wie die Ausweichanschlussstelle „Deppe“ bei Oerlinghausen, welche bereits zum Kreis Bielefeld gehört).

  3. benno_van_wurst Sagt:

    Leider habe ich keine genauen Daten aber ich kann dir sagen wo in etwa an der KBS 404, und Extertalbahn Gleisanschlüsse gelegen haben:

    KBS404

    Dörentrup:

    Dörentruper Sand und Tonwerke, Anschluss um Bahnhofsbereich, teilweise abgebaut/abbau geplant

    Lippische Tonwarenfabrik, Anschluss im Bahnhofsbereich ca. km 16,5 , abgebaut

    Farmbeck:

    Molkerei Farmbeck, Anschluss im Bereich des Haltepunkt, abgebaut

    Extertalbahn

    Barntrup:

    Anschluss Kälbertal (genauer Firmenname ist mir nicht bekannt), im Bereich Kleinbahnhof ca. km 0,5

    Alverdissen:

    Anschluss Wienkemeier (auch Imberger genannt), km 4,6 , heute Nutzug durch LEL

    Anschluss Steinbruch Alverdissen, km 4,9 , abgebaut 2007

    Bösingfeld:

    Anschluss Vogelsang, im Bahnhofsbereich, abgebaut

    Anschluss Gerdes, im Bahnhofsbereich, abgebaut

    Anschluss Kohlenhändler Schwabedissen, abgebaut (in den letzten 10 Jahren)

  4. Ingo Sagt:

    Vielen Dank für die weiteren Informationen! Die Ergänzungen wurden in die Zusammenstellung der lippischen Gleisanschlüsse übernommen!

  5. Heinrich Sagt:

    Hallo Ingo, Die Gleisanschlusse in Schieder (in Richtung Lügde) zum Getreidelager und Blomberg (LHG und Hausman) fehlen. Ich weiß die sind lange weg aber der Vollständigkeit willen. 🙂 Gruß Heinrich – http://www.muehlenmeier.net

  6. Ingo Sagt:

    Hallo Heinrich,

    danke für die Informationen. Ich habe die genannten Anschlüsse in die Zusammenstellung übernommen.

    Ich bin auf weitere Informationen gespannt.
    Kann jemand näheres zum jeweiligen Zeitpunkt der Stilllegung sagen?

  7. benno_van_wurst Sagt:

    Was ich noch sagen kann ist, das die Dörentruper Sand- und Thonwerke (Thonwerke ist übrigens der richtige Name) bis mitte der 80ger eine eigene Werkslok hatten.

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